2011 Artist-in-residence - The Josef and Anni Albers Foundation

In jedem Gemälde suche ich nach dem balancierenden Dialog zwischen einer Linie und der Bewegung der Farbe.
Dazu ist es notwendig, sich auf die Farbe und deren richtige Dosierung zu konzentrieren. In der Farbe an sich steckt schon alles, doch wenn mehrere Farben zusammenkommen, beginnen sie zu kommunizieren und sich aufeinander zu beziehen. Diese Interaktion bringt Farben in Bewegung.
Die Farbe erhält ihre Form durch die Länge und Breite einer Linie, durch den Pinselstrich und durch ihre Stofflichkeit.
Die Linie ist ein wesentliches Mittel zur Visualisierung des Raums, dazu braucht es sowohl die vertikalen wie die horizontalen Linien. Es ist allerdings die horizontale Linie, die im Lauf des Malprozesses zu dominieren beginnt; sie zieht das Bild seitwärts und damit in einen horizontalen Raum. Die vertikalen Linien schaffen das Gerüst, auf dem die horizontalen Linien verlaufen, in ihrem ganz eigenen Rhythmus.
In der Komplexität des Malprozesses suche ich nach Einfachheit und Klarhe.
José Heerkens (übersetzt von Marlene Müller-Haas)