Artist-in-residence

2011. Artist-in-residence von The Josef and Anni Albers Foundation, Bethany CT, V.S

2016. Artist-in-residence von The Mark Rothko Art Center, Daugavpils, Lettland

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Die Ausstellung „Noontide“ von der niederländischen Künstlerin José Heerkens im Mies van der Rohe Haus zeigt wie Malerei und Konstruktion zu einer gemeinsamen Bildsprache finden können. In der Betrachtung der Arbeiten werden Sinne und Verstand gleichermaßen angesprochen. José Heerkens Ölgemälde sind streng geometrisch aufgebaut. Horizontale und vertikale Linien unterteilen die rohe Leinwand in einzelne Felder. Darin entfaltet sich die Malerei ausschließlich über die Sprache der Farbe. José Heerkens führt in feinen Abstufungen die Farbe von Vierung zu Vierung, in Leserichtung von links nach rechts und Zeile für Zeile. Man kann in ihren Bildern lesen wie in einem Buch. Was die Methode des Lesens mit der Art des Wahrnehmens von Farbe in einen überraschenden Zusammenhang bringt.

 Dr Wita Noack. Catalogue José Heerkens NOONTIDE - Mies van der Rohe Haus Berlin, 2016

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In jedem Gemälde suche ich nach dem balancierenden Dialog zwischen einer Linie und der Bewegung der Farbe.
Dazu ist es notwendig, sich auf die Farbe und deren richtige Dosierung zu konzentrieren. In der Farbe an sich steckt schon alles, doch wenn mehrere Farben zusammenkommen, beginnen sie zu kommunizieren und sich aufeinander zu beziehen. Diese Interaktion bringt Farben in Bewegung.
Die Farbe erhält ihre Form durch die Länge und Breite einer Linie, durch den Pinselstrich und durch ihre Stofflichkeit.
Die Linie ist ein wesentliches Mittel zur Visualisierung des Raums, dazu braucht es sowohl die vertikalen wie die horizontalen Linien. Es ist allerdings die horizontale Linie, die im Lauf des Malprozesses zu dominieren beginnt; sie zieht das Bild seitwärts und damit in einen horizontalen Raum. Die vertikalen Linien schaffen das Gerüst, auf dem die horizontalen Linien verlaufen, in ihrem ganz eigenen Rhythmus.
In der Komplexität des Malprozesses suche ich nach Einfachheit und Klarhe.
José Heerkens (übersetzt von Marlene Müller-Haas)